Stay on Your Game

Ein Mantra, von dem ich nicht mal mehr weiss, wie es zu mir kam, ist „Stay on Your Game„. Vielleicht habe ich es bei einem Basketball-Coach auf dessen Webpage gelesen und es ist kleben geblieben.

Was ich als alter Seitlich-Schieler inzwischen weiss, ist, wie wichtig dieser Hinweis, dieser Reminder an uns selbst sein kann:

„Bleib bei Deinem Spiel. Bleib auf Deinem Terrain. Bleib bei Dir selbst.“

Was der andere tut, was der andere sagt, was der andere über mich denkt:

Nichts davon geht mich ansatzweise etwas an.

Nur MEIN Spiel zählt, nur MEIN Spiel, also das, was ich sage, fühle, denke, tue…. das habe ich überhaupt wirklich in der Hand. Wenn ich nicht aufpasse, nicht einmal das. Wenn ich nicht „auf meinem Spielbrett“ bleibe.

Für mich verknüpft sich das auch wieder 1a mit etwas,

das im Yoga über die Meditation gelehrt wird,

ich meine, es ist in einem der Bücher von Desikachar [auf Amazon hier zu finden] zu finden. Darin beschreibt er den Effekt, dass – während sonst unsere Aufmerksamkeit überall in der Welt herumschwirrt und wie Pfeile von uns weg in den Raum geht – eine schlichte Meditation oder eine achtsam geübte Yoga-Asana die Pfeilspitzen sinnvoll wieder auf uns selbst richtet und damit

unsere Energie wieder in unserem Terrain ansammelt

(wenn ich es packe, lasse ich noch eine Abbildung folgen).

Das ist auch deswegen wichtig, weil man im Yoga von folgendem Prinzip ausgeht (und ich halte das für beobachtbar richtig):

Die Energie geht dorthin, wo die Wahrnehmung ist.

Wenn sich die Wahrnehmung an einer Stelle konzentriert, ist dort also auch die ganze Energie.

Ohne jetzt eine größere Spielkritik vom Zaun zu brechen, durfte ich mir das neulich auch im Stadion ansehen –

Bayern spielte gegen Leverkusen.

Bei den Leverkusenern gab es einen jungen Typen, der richtig ‚hot‘ war, hier was zu reißen – und der vor allem seine Wahrnehmung nur an einer Stelle hatte:

Am Ball.

Egal wo der Ball war – da war auch er.

Ball und Mensch waren eine Einheit.

Das war sein Spiel.

Das war sein Terrain.

(Das mit der Einheit zwischen Meditationsobjekt und Meditierendem ist auch SEHR spannend – dazu wann anders).

Währenddessen war Manuel Neuer unterfordert und wurde unkonzentriert.

Ein Mensch mit fettem hessischem Akzent (die Sorte, bei der man sich sofort in einen Badesalz-Sketch hineinversetzt fühlt) kommentierte das mit einem lauten Brüller:

„Ball, Manuel, BALL!“

Nun. Mehr gab’s da nicht zu sagen…. 😉

Wie kriegt man das also in der Realität hin?

Man kann das Ganze auch „Fokus“ nennen – oder man könnte sich selbst anherrschen: „Mensch, jetzt konzentrier‘ Dich mal.“ Letztlich zählt für mich, was funktioniert – und bei meinem Hirn funktionieren beide dieser Ansagen nicht. Woher ich das weiss? Naja, ich habe es eben ausprobiert. 🙂

Stay on your game

hingegen funktioniert.

Ich werfe das als Reminder in den Ring meiner kreisenden Gedanken – und dann passiert etwas Besseres als vorher. Mein Hirn/Körper-System scheint mit dieser Anweisung etwas anfangen zu können. Das ist es, was zählt.

Im Leben wie auf dem Golfplatz ist es doch so, dass wir tatsächlich am meisten gegen oder mit uns selbst ’spielen‘. Wenn ich auf meinem Spielbrett bleibe, gebe ich mir die Chance, in diesem Spiel etwas in eine Richtung zu bewegen, die die meine ist.

Dass es dabei nicht um manischen 24h-Egoismus geht, dürfte klar sein – das hier dient als Ausgleich gegen eine zu große Nach-Außen-Ausrichtung, die an der Stelle niemandem, auch nicht den Mitspielern, echten Mehrwert bringt.

Learning:

Ich nehme das hier als wirklich gut funktionierendes Mantra für Golf und Leben weiter mit auf den Weg:

Stay on Your Game.

P.S.: Die 2 Minuten mit dem Badesalz Sketch lohnen sich. Großes Kino. „Wenn Du ersma so’n Zebra midder Hand gfange hast, da biste fit.“ 🙂 Jungejunge.

[Bild: Von Efraimstochter – vielen Dank! (nachbearbeitet)]